"Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem
(Johann Wolfgang Goethe ?Italienischen Reise? 13. April 1787)"




Geschichte Siziliens




Die Savoyen Herrschaft




1714 - 1720 n. Chr.

Die Savoyen

Als Ergebnis des Spanischen Erbfolgekrieges wurde Philipp V. als König von Spanien anerkannt. Das Reich mit dem Vertrag von Utrecht hatte die italienischen Besitzungen verloren. Die Grafschaft von Mailand, Neapel und Sardinien wurden an den Habsburger von Österreich zugeordnet. Sizilien wurde Viktor Amadeus II von Savoyen Haus angewiesen. Als die spanische Wirtschaft sich stabilisierte, die Finanzwesen reformiert, die militarische situation schon verbessert, dann erhob Spanien Ansprüche auf Sizilien.

Das Reich von Viktor Amadeus II dauerte bis 1730 als er zugunsten seines Sohnes Karl Emanuel III. zurücktrat und zog sich auf sein Schloss in Saint-Alban-Leysse bei Chambéry zurück. Es war nicht einfach Sizilien zu regieren. Der König hätte es vorgezogen, das Herzogtum Mailand zu erhalten, aber diplomatischen Gründen und das gegenseitige Misstrauen zwischen den Großmächten hatten ihn weit weg verbannt, um eine schlecht verwaltene Insel nach seine Regierungprinzipien zu regieren.

Die Sizilianer, an lange Jahrhunderte der Abwesenheit der Regierung gewöhnt, kannten keine andere Behörde außerhalb der adligen Besitzer von Ländereien, wo sie seit Generationen gearbeitet hatten. Die Landarbeiter waren durch eine zunehmende Ungleichheit der Vermögensverteilung gezwungen, ihre Freiheit aufzugeben und sich als Leibeigene zu verdingen. Partikularinteressen der spanischen Aristokratie oder der kirchlichen Schicht wurden als Allgemeininteressen dargestellt.

10. Oktober 1713, kam der König in Sizilien, an Bord eines britischen Schiffes und begleitet von einigen seiner Regimenter. Er war schon voll und ganz über die katastrophale Situation der Verwaltungs Siziliens informiert. Er hoffte daher, mit der Teilnahme der Adligen, die notwendigen Reformen zu implementieren, so dass er Sizilien mit der Zeit setzen konnte. Nach kurzen Aufenthalt in Palermo, sah er sich in seinen Erwartungen enttäuscht. Die Sizilianer waren nicht auf Disziplin gewöhnt, sondern auf Lockerheit und Bevormundung der Herrscher, die, weit weg von Sizilien, erlaubten den Adligen - die meisten aus Spanien angekommen - jede Art von Willkür und Arroganz. Sie hatten die Illusion, dass der König in Sizilien bleiben würde. Selbst der König hatte sich eingebildet, sein Volk in kurzer Zeit zu ändern.

Da er sich auf niemanden verließ, setzte er in Schlüsselpositionen der Regierung Eingeborenen seines Festlands. Der Einsatz von spanischen Beamten in der Verwaltung des Staates wurde als Beweis des Misstrauens und der Beleidigung interpretiert. Unter den ersten Sachen, der neue König tat, war die Volkszählung, die Reform des Steursystems und des Zollamts. Er begann auch die Ausbauarbeiten der Marine um die Insel gegen Gefahr einer neapolitanischen Invasion zu schützen. Die Entscheidung, die erforderlichen Reformen durchzuführen, könnte den Zustand Siziliens ändern. Der Adel und die Geistlichkeit, in ihren Interessen beeinträchtigt, tat alles, um die Reformen zu widersetzen.

Diese Situation bestehnde, im Januar 1716, nach zwei Jahren seiner Regierungszeit, kehrte der König enttäuscht in Piemont. Ein großer Verlust für Sizilien, die einen Lieder gefunden hatte, der in der Lage war, sie aus dem spanischen Sumpf zu ziehen und zum Glanz der normannischen Zeit zu führen. Philipp V. von Spanien, mit diesen Tatsachen bekannt, bereitete eine bewaffnete Expedition, die, Ende Juni 1718, landete in Palermo und in ein paar Tagen die Stadt besetzte. Dieses Verhalten führte zu der Bildung einer neuen Quadrupelallianz zwischen Frankreich, Groß Britannien, Österreich und Savoyen, und ein neuer Konflikt folgte. Nach zwei Jahren des Kampfes, im Jahre 1720 mit dem Vertrag von Den Haag wurden die Königreiche Neapel und Sizilien an Österreich angewiesen und Viktor Amadeus von Savoyen musste Sizilien gegen Sardinien mit den Habsburgern eintauschen. Infolgedessen wurde er 1720 als erster seines Hauses König von Sardinien. Viktor Amadeus trat 1730 zugunsten seines Sohnes Karl Emanuel III. zurück und 1732 starb er im Kloster San Giuseppe di Carignano. Während seiner Amtszeit entstanden unter anderem das Schloss von Stupinigi und die Basilika Superga. Keine Bauwerke entstanden in Sizilien. Nur um zu erinnern: die Basilika von Superga und der Königspalast von Stupinigi wurden von einem sizilianischen Filippo Juvara aus Messina gebaut. Die Universität von Turin wurde von Francesco D'Aguirre, einer sizilianischen aus Salemi reformiert. Die Sizilianer, sowohl Barone als auch Bürger, keinen Mitzureden über den politischen Ereignissen hatten. Nach dem Vertrag von Den Haag spricht man über Neapel und Sizilien als das „Königreich beider Sizilien“ und bis 1737 wurde Sizilien nun von Österreich regiert. Sizilien war der Spielball in den Händen europäischer Herrscherhäuser. Politisch wechseln sich nach dem Ende der spanischen Herrschaft viele Regenten europäischer Mächte ab und soziale und gesellschaftliche Spannungen wiederholt misslingen. 1860 landet schließlich Italiens "Nationalheld" Giuseppe Garibaldi in Marsala und "befreit" Sizilien.