"Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem
(Johann Wolfgang Goethe ?Italienischen Reise? 13. April 1787)"




Geschichte Siziliens




Die Römische Zeit



264 v. Chr. - 440 n. Chr.

Die Römer

An 264 v. Chr. starten die Römer die ganze Insel zu erobern. Im Jahr 241 v. Chr. wurde Sizilien, mit Ausnahme des einstigen Territoriums von Dionysios I. während des 1. Punischen Krieges, zur römischen Provinz. Der Rest der Insel wurde erst 212 v. Chr. römisch. Die Stadt Syrakus und ihre Umland bewahrten sich ihre Eigenständigkeit. Syrakus war schon eine wichtige Macht. Sie hatte mehrmals gesiegt über die Karthager und die Etrusker, hatte Kolonien gegründet und reichten die Handelsbeziehungen der Stadt bis die Donau. Als die Römer begannen die Stadt anzugreifen, wiederstanden die Syrakuser drei Jahre lang bis im 212 v. Chr. erlitt die Stadt eine schwere Niederlage sowie die Ermordung Archimedes. Mit der Insel verfügte Rom über den Schlüssel zur Seeherrschaft im Mittelmeer. Als sich in der Folge die politischen Gegebenheiten änderten - die Römer brachten das gesamte Mittelmeer unter ihre Kontrolle und hatten zur See bald keinen Gegner mehr - verlor Sizilien insofern an Bedeutung. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Getreideversorgung Roms, wurde Sizilien besser behandelt als andere Provinzen und Syrakus zur Hauptstadt Siziliens gemacht. Alle sizilianischen Städte erhielten einen unterschiedlichen Rechtsstatus und wurden von einem prätorischen Statthalter mit Amtssitz in Syrakus regiert. Unter Kaiser Augustus wurden Colonien gegründet mit Ansiedlung von römischen Veteranen. Die günstige Behandlung dadurch Sizilien unterzogen war, wurde kein Geschenk von Rom. Diese Provinz und insbesondere Syrakus mussten die mit Punischen Kriegen beschäftigt römische Heer mit Getreiden versorgen und Sizilien konnte lange Zeit den Bedarf Roms an Getreide decken. Die Römer hatten jedoch kein Interesse, die griechische Kultur aufrechtzuerhalten. Sie bauten die Insel zur Kornkammer Roms aus, holzten fast den gesamten Waldbestand ab und unterdrückten die Bevölkerung. Die acht Jahrhunderte der römischen Herrschaft, schufen die Römer Kolonien und Bauwerke deren meisten Überreste in vielen Fällen schwer zu unterscheiden sind. Römischen Stadtbewohner griechische Bausubstanz benützten und in vielen Fällen überbauten sie auf vorherbestehenden griechischen Überresten. Römische Überreste in Syrakus zählen das in Akradina liegende Römische Gymnasium und das Römische Amphitheater, das im Archäologischen Park liegt. Die Abteilung D des Archäologischen Museums von Syrakus enthält römische Statuen, die in römischen Gymnasium gefunden wurden. Es sind Marmorstatuen aus Kaiserzeit unter denen eine mit dem talar bekleidet Statue. Weitere Überreste waren gefunden wie Säulenstücke, Spuren von Portiken, Säulenbasen aus weißem Marmor, schwarz-weiß Mosaikmuster, die sich tief unter Plätzen liegen. Anders als die Griechen, betrachteten die Römer Sizilien nicht als ihre Heimat, sondern nur als Kornkammer. Daß sie nur wenig kulturell Bedeutsames hinterlassen haben verwundert also nicht. Eine römische Spezialität waren Bodenmosaiken. Die berühmtesten findet man in der Villa Romana del Casale. Es gibt sie aber auch in Palermo zu bewundern.