"Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem
(Johann Wolfgang Goethe ?Italienischen Reise? 13. April 1787)"




Geschichte Siziliens




Die Normannen



1061 - 1189 n. Chr.

Die Normannen

Die Normannen schrieben die Geschichte Europas zwischen dem 7. und dem 11. Jahrhundert. Sie verließen die Scandinavischen Länder und starteten Raubzüge entlang der Küsten Europas. Ihre beeindruckendste Leistung war die Eroberung Süditaliens und Siziliens. Als Söldner in die Dienste verschiedener Fürsten begannen diese tapfer Ritter einen Angriff auf die Kleinstaaten der Byzantiner, Araber und langobardische Fürsten in Süditalien. Die Normannen, die Süditalien eroberten, waren Berufssoldaten und stammten aus Normandy (Frankreich). Die Eroberung von Süditalien dauerte mehrere Jahrzente. Sie kämften gegen die Byzantiner von Apulien und die Griechen von Kalabrien. Von 1061 bis 1091 fand die Eroberung Siziliens statt. Unter der Führung von Robert Guiskard und seinem jungen Bruder Roger, die aus der Familie der Hauteville stammten, eroberten sie die Städte Sizilien und, mit dem Fall von Syrakus und Noto, war die Eroberung Siziliens abgeschlossen. Als die Stadt Neapel 1137 in den Besitz der Normannen kam und die Gebiete von Apulien und Kalabrien fielen unter normannische Herrschaft wurden alle Gebiete Süditalien und Sizilien Bestandteile des normannischen Königreiches Sizilien. Robert Guiskard nannte seinen Bruder Roger den ersten normannischen König Siziliens. Roger I (1086 - 1101) war tolerant mit den verschiedenen Religionen seiner Bevölkerung. Er unterstützte die byzantinischen Christen, vor allem griechische Klöster, und setzte jedoch bereits 1083 in Palermo einen lateinischen Erzbischof ein. Er baute die Kathedralen von Troina und Catania und startete die Latinisierung des Landes wo seit 12 Jahrhunderten hatte man Griechisch gesprochen. In der Zwischenzeit ab 1101 Simon, Sohn des Königs Roger I, herrschte unter Vormundschaft seiner Mutter Adelheid von Savona. Da er in 1105 starb, beerbte sein Bruder Roger die Herrschaft des Reiches Siziliens. Unter Roger II (1105 - 1154), Sohn des Vorgängers, wurde eine starke zentrale Verwaltung aufgebaut, die sich vor allem auf Beamte stütze. Mit ihrer Hilfe konrollierte er den Adel, die Städte und die Kirche. Palermo wurde zur Hauptstadt seines Reiches. In wenigen Jahren wurde diese Stadt zum Zentrum von Verwaltung, Heer und Wissenschaft. Die Bevölkerung Sizilien war zu jener Zeit ein Völkergemisch aus Araben, Normannen,Griechen,Sizilianern und Juden. Es herrschte religöse Toleranz und alle Völkerstämme an der Verwaltung, der Industrie und der Wissenschaft teilnahmen. Juden und Muslime mussten zwar eine eigene Steuer entrichten, 1140 verkundete Roger II die 44 Gesetze der Assisen von Ariano in den Elementen aus der römischen, byzantinischen, langobardischen, arabischen und normannischen Rechttradition eingeschlossen wurden. Roger II starb in Palermo in 1154 und wurde im Dom begrabt. Sein Sohn Wilhelm war erbberechtigt und herrschte als König Wilhelm I der Böse. Wilhelm I der Böse (1154 - 1166), Rogers Sohn, schloß ein Friedenkonkordat mit Papst Hadrian IV ein. Mit diesem King begann der Zerfall des normannischen Reiches. Die springende Tatsachen, die seinen Reich kennzeichneten waren: - Die Handelsverträge mit Genua und Venedig, die das normannische Reich stärkten. - Wilhelm war unbeliebt bei den sizilianischen Baronen. Er musste mit der Opposition des Adels kämpfen und niederschlagte den apulischen Aufstand. - 1160 musste er den Aufstand der sizilianischen Baronen entgegentreten. Er war erfolglos und in Gefangenschaft geriet. - In Ostsizilien wurden auch die Araber angegriffen und vertrieben. Daraufhin verließen die meisten arabischen Intellektuellen die Insel. - Seine Regierung wurde von Palast Verschwörungen und den Verlust der normannischen Gebiete in Nordafrika kenngezeichnet. Wilhelm II der Gute (1166 - 1189) Seine expansionpolitik gegen die Byzantiner war nicht erfolgreich. Wie sein Vater weiterbaute er Kirchen, unter diesen den Dom von Palermo, und den Dom mit dem Kloster von Monreale. Er starb bei den Vorbereitungen zum dritten Kreuzzug. Mit seinem Tod endete die normannische Herrschaft in Sizilien und Süditalien, denn Wilhelm starb ohne einen männlichen Erbe. Die normannische Regierung hatte eine lange Zeit von politischen Stabilität bedeutet. Trozdem nach und nach wurde die starke Zentralizierung Grund für allgemeine Unzufriedenheit. Ein anderer hatte da mehr Glück: der Staufer Heinrich VI, ein Sohn von Barbarossa. Er hatte seinen Sohn mit einer Tochter von Roger II verheiratet. Die Staufer betrachteten sich daher als legitime Nachfahren der Normannen und konnten Sizilien so unblutig übernehmen. Ab 1220 begann Friedrich II. seine Autorität in Sizilien mit aller Macht durchzusetzen. Die Normannen errichteten verschiedene Bauwerke in Palermo. Die Handwerker und Künstler, die die normannischen Bauwerke ausführten, waren eine Mischung aus der griechisch-byzantinischen Bevölkerung und den muslimischen Arabern. Daraus folgt, dass ihre Bauwerke lassen verschiedene Baustile erkennen. Die Kathedrale wurde 1184/1185 im normannisch-arabischen Stil errichtet und erfuhr im Lauf der Jahrhunderte mehrere Umbauten. Im Innerem befinden sich die Grabmäler der Normannenkönigen, der Stauferkaiser Heinrich VI., Friedrich II. und Königin Konstanze von Sizilien. Außer der Kathedrale, erbauteten die Normannen in Palermo den Normannenpalast mit der Palastkapelle, die Schlösser Maredolce, die Zisa (1165), Cuba (1180) und den königlichen Park. Die Zisa befindet sich im königlichen Park. Das Gebäude, aus dem 12 Jh, beherbergt ein Museum. In den Austellungsräumen sind einige interessante islamische Kunstwerke aus verschiedenen Ländern des Mittelmeerraums zu sehen.