Akradina







Der Steinbruch der Kapuziner

Der Steinbruch der Kapuziner liegt am östlichen Rand des Akradina entfernt. Unter den Steinbrüchen von Syrakus, der einer der Kapuziner ist sicherlich der älteste und größte. Die Latomia umfasst etwa 23.000 Quadratmetern und ist durch eine lange, aber leichte Treppe zugänglich. Es kann in drei Zonen unterteilt werden. Die hohen vertikalen Wände, die bis 30-40 Meter hoch sind, zeigen noch heute den perfekten Schnitt des weißen grauen Kalksteins. Eine große Steinsäule steht in der Mitte. Die Vegetation des Latomia trägt einen bemerkenswerten visuellen Zauber und ein angenehmes Gefühl von Gelassenheit. Die Latomia ist ein der wichtigsten historischen Gärten von Ost-Sizilien. Es war ein der von ausländischen Reisenden in ihre Reise nach Sizilien erforderlichen Etappenziele. Maler, Dichter und Schriftsteller sind immer begeistert geblieben und haben Inspiration aus diesem Ort gezogen. Hier folgt die Beschreibung von Ferdinand Grecorovius: "Ein Mönch schloß mir die Pforte auf, und plötzlich stieg ich in den ungeheuren Raum hinab, welchen Menschenhände in den Felsenboden gehauen und gemeißelt haben. Vor mir lagen Säle von der Größe kleiner Marktplätze, aus 80 Füße hohen, senkrechten Steinwänden gebildet. Bald sind diese schwarz, bald strahlen sie im Goldgelb hellenischer Ruinen, bald überzieht sie Sanftes Rosenrot. In malerischer Fülle deckt sie Efeu; er rankt um die Wände empor, dem Licht zustrebend, und hängt wieder in bacchantischen Gewinden nieder; blühendes Gesträuch füllt die Spalten, und in den Ritzen nisten Lorbeeren, Pinien und Oleander." In den Gärten der Steinbrüche wächst eine mediterrane Flora, die reich und vielfarbig ist. Es gibt spontane Vegetationsformen wie Kaktusfeigen, Kapern, Ficus, wilde Oliven. Die kultivierte Vegetation umfasst Zypressen, Palmen, Johannisbrotbäume, Obstbäume. Dieser wunderbare Garten leider ruft in Erinnerung das traurige Schicksal von 7000 athenischen Gefangenen, die 413 v. Chr. in der Schlacht am großen Hafen von dem syrakusanischen Heer geschlagen wurden. Als Sklaven verbrachten sie ihr Leben, um Felsenblocken von diesem unzugänglichen Ort herauszuhauen, und unter unsäglichen Leiden, blieben sie hier bis zum Tod.