Siracusa





Der Dom zu Syrakus

Hinter dieser barocken Fassade ragt noch imposant der dorische Athenatempel auf. Schon mit dem Betreten der Vorhalle tritt man in die Antike. Der Dom in Syrakus ist ein einzigartiges Baudenkmal. Dieser Ort galt seit undenklichen Zeiten, als eine jener seltenen Stätten '... an denen schon immer ein göttliches Wesen wohnte.' Hier hatten die Sikuler im 8. Jh. vor Chr. eine Kultstätte, dann die Griechen einen Tempel, dann haben hier die Christen eine ihrer allerersten Kirchen gebaut (in Siracusa gab es schon 42 n.Chr. eine christliche Gemeinde). Alle haben Elemente und Strukturen ihrer jeweiligen Vorgänger übernommen, so haben z.B. die Christen u.a. den griechischen Tempel einfach zugemauert. Ab dem 7. Jahrhundert fand der Umbau zur christlichen Kirche statt. Die griechischen dorischen Säulen sind noch da, eingearbeitet, erstickt aber ewig. Die Cellawände sind durchgebrochen und weisen acht Bögen rundum. Entstanden ist so ein architektonisches Gemisch aus Teilen des antiken Tempels, byzantinischen und normannischen Baustilen sowie barocken Elementen. Die Säulen der linken Seite des Tempels sind heute teilweise von außen sichtbar, und von innen sind sogar neun Säulen der rechten Seite zu sehen. Die lange Geschichte dieses heiligen Ortes kommt erstaunlich lebendig heraus. Der Athenatempel wurde 480 v.Chr. nach dem überragenden Sieg über die Karthager errichtet. Er war reich ausgestattet. Die inneren Wände der Cella waren mit 27 Bildern syrakusanischen Herrscher geschmückt und hier und dort konnte man Elfenbeinschnitzereien sehen. Ganz oben auf dem Dach erhob die Statue der Athena einen goldenen Schild. Er zeigte den weit entfernen Matrosen den Kurs zu halten um Ortigia zu erreichen. So war der Tempel bevor die Römer alle Kunstschätze ­eroberten und andere Siedler ihre Baustile dazulegten. Während des Erdbeben des Jahres 1693 wurde die Fassade der Kathedrale stark beschädigt. Unter Leitung des Architekten Andrea Palma wurde sie ab dem Jahr 1728 im Stil des sizilianischen Barock erneuert. Die Bauarbeiten dauerten bis zum Jahr 1753 an. Vier Jahre später kamen noch die drei Statuen, die Jungfrau, San Marziano sowie Santa Lucia, die von dem Künstler Ignazio Marabitti gemeißelt wurden.