Akradina







Die Kirche der Hl. Lucia

Im letzten Jahrhundert war das Viertel St. Lucia eine offene Landschaft und der monumentale Komplex, der die Basilika von Saint Lucia mit dem angrenzenden Kloster der Kapuziner und die achteckige Chiesa del Sepolcro umfasst, waren im offenen Land. Von diesem Ort konnte man das Meer, den kleinen Hafen und, in der Ferne, die Insel Ortigia sehen. Der ursprüngliche Bau der Kirche stammt aus dem VI. Jh. während der byzantinischen Periode. Nach der Überlieferung wurde die Kirche an der gleichen Stelle errichtet, an der die Heilige Lucia das Martyrium erlitt. Von den Arabern zerstört, wurde sie im XII. Jahrhundert, während der Herrschaft der Normannen, wieder aufgebaut. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche Ergänzungen und Umbau. Von dem ursprünglichen Gebäude sind die Apsiden, das Eingangsportal und die ersten beiden Teile des Glockenturms erhalten geblieben. Die Fensterrose an der Westseite sowie das Portal sind noch gotischen Ursprungs. Das Innere der Kirche ist durch Pfeiler in drei Schiffe unterteilt. Die Holzdecke zeigt Rekonstruktionen aus dem aragonesischen Zeitraum des vierzehnten Jahrhunderts. Infolge des Erdbebens von 1693 wurde die Kirche umgebaut. Die Fassade wurde wieder hergestellt und ein laufender Säulengang wurde auf die schlanke Form der schweren byzantinischen Struktur hinzugefügt. Hinter dem Altar der Kirche hing das Gemälde von Caravaggio, die Grablegung von Hl. Lucia. Dieses Bild, das der Autor während seines kurzen Aufenthalts in Syrakus gemalt hatte, wurde lange Zeit im regionalen Museum des Palazzo Bellomo aufbewahrt. Seit 2008 ist es in der Kirche S.Lucia alla Badia im Domplatz zu bewundern. Angeschlossen an die Kirche ist die achteckige Chiesa del Sepolcro. Sie dient als Begräbnisstätte der heiligen Lucia. 1894 fand man zudem eine Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Siracusa, die Lucias frühe Verehrung bezeugt. Lucia, um 283 in Syrakus geboren, wurde eine frühchristliche Jungfrau, die während der diokletianischen Verfolgung der Christen 304 gemartert wurde.







Die Säule am rechten Pfeiler des Presbyteriums soll an dem Ort gestanden haben, wo das heilige Mädchen getötet wurde. Ihre Reliquien wurden angeblich 1038 nach Konstantinopel - dem heutigen Istanbul - gebracht, um sie vor den muslimischen Besatzern in Siracusa zu retten, dann 1204 beim 4. Kreuzzug nach Venedig geholt, wo sie seitdem in einem Glassarg ruhen. Die Kirche der Hl. Lucia steht auf frühchristlichen Katakomben, deren Nutzung gegen 220 begann. Unter der Kirche und dem ehemaligen Kloster erstreckt sich eine unterirdische geschlagene Stadt, die sich durch die ganze Piazza Santa Lucia verbreitet. Hier feierten die Christen ihre Riten und ihre Toten begruben. Die Katakombe erstreckt sich auf der südwestlichen Seite der Kirche und wird von einer komplexen Morphologie gekennzeichnet. In der Tat ist es einer Gemeinde Friedhof, der aus einigen Gräbern des III, IV und V Jahrhunderte besteht. Sie beherbergt archäologische Funde aus dem byzantinischen und normannischen Zeitalter.