"Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem
(Johann Wolfgang Goethe ?Italienischen Reise? 13. April 1787)"




Geschichte Siziliens




Die Byzantiner



535 - 827 n. Chr.

Die Byzantiner

Ab 400 startet die Zeit der Völkerwanderung. Germanische Völker, unter diesen Franken, Goten und Vandalen, sowie die Byzantiner, infolge der Untergang des Römischen Reichs, zogen durch ganz Europa. Sie eroberten, plunderten und besetzten Rom. Auch die Angriffe der Araber waren immer stärker geworden. Nachdem 410 wurde die Stadt Rom von Westgoten geplündert, eroberte Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert große Teile der Weströmischen Provinzen- Italien, Nord Afrika und Südspanien. Ab 535 wurde Syrakus von Byzantinern besetzen. Diese Stadt und die andere Städte von Sizilien, infolge ihres Belagerungszustands von Vandalen und Arabern, waren in tiefen Trostlosigkeit und Elend gefallen.

Noch schlechter war die Situation in Landgebieten, wo Großgrundbesitzer sich das Eigentum kleiner Landbesitzer geeinigt hatten. Aufgrund der schwierigen außenpolitischen und militärischen Situation gegen die Araber, entschied sich der Kaiser Konstanz II nach Westen auszuweichen. Wahrscheinlich meinte er seine Gebiete in Italien und Nord Afrika zu retten. Damit er die Verteidigung zu stärken, zog er 661 mit einem Heer nach Italien. Nach einem erfolglosen Feldzug gegen die Langobarden verlegte er im Juli 663 seine Wohnort und Regierungssitz nach Syrakus. From dort beabsichtigte er die Wiederstand gegen Araber zu organisieren. In der Tat hatten die Araber die südlichen Grenzen des oströmischen Reiches in Angriff genommen. Seine Innenpolitik nicht besonders populär war. Um sein Ziel zu erreichen brauchte er viel Geld und das richtige Mittel es zu finden waren seine Herrschaftsanspruche über die Kirche zu erheben.

Für Sizilien waren diese Jahre ein einziger fortwährender Alptraum. Die Ehre, die Sizilianern dadurch widerfuhr, dass ihre Insel zum Regierungssitz des Reiches erwählt wurde, wurde zur unablässigen Ausbeutung. Wegen hoher Steuerbelastung führte seine Herrschaft zu einer deutlichen Unzufriedenheit. Um immer mehr Geld aufzutreiben, wurden Ehemänner als Sklaven verkauft, Ehefrauen zur Prostitution gezwungen und Kinder von ihren Eltern getrennt. Diese Auszehrung des Landes weitergegangen wäre, hätte sein griechischer Kammerdiener ihn am 15. September 668 nicht ermordet. Keine berühmten Bauwerke haben die Byzantiner in Sizilien gelassen. Weit entfernt von der Regierung, sah Sizilien nie die geräumigen wunderbaren Kathedralen, wo Könige, Fürsten, Apostel und Heiligen durch goldene Mosaike einzogen. Nur im Inneren der Normannischen Kathedralen findet die Byzantinische Kunst immer noch seine strahlende Blüte. Byzantinischen Künstlern äußerte die besten ihrer Kunst in der Dekoration und in den Mosaiken der sizilianischen Kirchen, darunter die Cappella Palatina in Palermo, der Kathedrale von Monreale und Kathedrale von Cefalù.

Was vom byzantinischen Leben bleibt sind arme Wohnungsüberreste, Friedhöfe, Felsenkirchen, Gebrauchsgegenstände, einsame Orte, Münzen, Bronzen, kleine goldene Juwelen. Das alles ist über die gesamte Provinz Syrakus verstreut. Der Tod des Kaisers verschlechtete die politische Situation und die Aussicht der Araber Sizilien zu erobern war nur eine bevorstehende Gefahr. Sizilien wurde wiederholt das Ziel von Raubzügen der Araber, die um 700 Nordafrika und die Insel Pantelleria erobert hatten.