"Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem
(Johann Wolfgang Goethe ?Italienischen Reise? 13. April 1787)"




Geschichte Siziliens




Friedrich II Hohenstaufen



1194 - 1250 n. Chr.

Friedrich II

Nach dem Tod des Normannen Wilhelms II, Konstanze, als Tochter des Normannenkönigs Roger II. von Sizilien, Tante und Erbin des Normannenkönigs Wilhelm II. war. Der Staufer Heinrich, Kaisersohn von Friedrich Barbarossa und Eheman von Konstanze betrachtete sich daher als legitime Nachfahrer der Normannen und konnte Sizilien übernehmen. So ging Sizilien auf Hohenstaufen Dynastie über. Sein Versuch das ganze Reich in eine Erbmonarchie umzuwandeln und eine Vereinigung des Nord- und Südreiches zu realisieren, scheiterte jedoch am Widerstand der Reichsfürsten und der Kurie.

Sein Sohn Friedrich hatte mehr Glück. Nach dem Tod der Eltern wurde der noch kleiner Junge Friedrick unter die Vormundschaft von Papst Innozenz III. gestellt. Der Junge wuchs im Normannenpalast in Palermo auf. Am 17. Mai 1198 wurde er, mit nur vier Jahren, im Dom von Palermo zum König von Sizilien gekrönt. Er begann seine Autorität in Sizilien mit aller Macht durchzusetzen. Nachdem unter normannischen Königen, Araber, Griechen, Sizilianer und Juden unter ihren eigenen Gesetzen lebten, wollte Friedrich II. ein einheitliches Rechtssystem auferlegen. Er machte den deutschen Reichsfürsten zahlreiche Zugeständnisse und setzte normannische Feudalregelungen wieder in Kraft. Durch eine territoriale Verwaltung und Gesetzgebung wollte er in Süditalien die königliche Zentralgewalt verstärken. Deswegen wollte er ein Netz von Kastellen und bedeutende Bauten in Süditalien bauen lassen.

Friedrich II. war ein aufgeklärter Herrscher. Er erhob Palermo zu Hauptstadt seines Reiches und lud zu seinem Hof die brillantesten Köpfe seiner Zeit. Er war ein Philosoph, Mathematiker und Experte für Naturwissenschaften. Er schrieb eine Abhandlung über die Jagd und sprach fließend Latein, Griechisch, Arabisch, Italienisch, Französisch und Deutsch. Er war so gelernt, dass die Chronisten seiner Zeit nannte ihn Stupor Mundi (Staunen der Welt) . Sie verliehen ihm auch den Titel 'immutator mundi', den 'Verwandler der Welt'. Sein treu Mathematiker und Astrologe, Michel Scott, sagte ihm eines Tages, dass wenn das Wissen ein Mittel gewesen wäre, um den Tod zu vermeiden, dann würde er für immer gelebt haben. 1224 gründete er die Universität von Neapel.

Drei Kulturen floßen in ihm zusammen: die römische-germanische, die sizilianische-normannische und die arabische. Sein Hof war der Sitz der sizilianischen Dichterschule, und er war mit poetischer Ader dotiert. In mehreren Städten von Sizilien gibt es Werke der schwäbischen Kunst und Architektur. Burgen, Festungen und strategischen Bastionen, die der Überwachung des Landes dienten, zeugen noch heute Friedrichs Macht. Sein Tod trat plötzlich 13. Dezember 1250. Für Sizilien begann damit eine Zeit des politischen und wirtschaftlichen Niedergangs. Es folgte bis 1265 eine Zeit die geprägt war von Streitigkeiten und die Reste des normannischen Siziliens durch lange Machtkämpfe gekreuzt wurden. Nachdem das Haus Anjou, von dem Papst geholfen, seine Ansprüche auf Sizilien durchsetzte, folgte der Aufstand der Sizilianischen Vesper (1282 begonnen) und danach die aragonesische Herrschaft.